Netzibodenstrasse 16, 4133 Pratteln

Abwasserreinigung auf dem neuesten Stand der Technik

Industrielle und kommunale Abwässer durchlaufen in der ARA Rhein unterschiedliche Reinigungsstufen, bis sie unter eingehenden Kontrollen wieder dem Rhein zugeführt werden können.

Der in der biologischen Reinigungsstufe anfallende Klärschlamm wird nach Trocknung verbrannt; die verbleibende Asche umweltgerecht deponiert. Die Abwärme wird in den Wärmeverbund Grüssen eingespeist.

Spezifische Umweltschutzeinrichtungen sorgen dafür, dass der Betrieb der ARA Rhein umweltschonend und ohne Belästigung der Umgebung abläuft.

Die ARA Rhein investiert in verschiedene Zukunftsprojekte, um ihre Anlagen stets auf dem neuesten Stand der Technik zu halten.

Reinigungsstufen

Reinigungsstufen
Grobrechen scheidet sperriges Gut ab
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Sandfang hält Steinchen zurück
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Im Vorklärbecken werden Schwebeteilchen entfernt
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Industrieabwasser wird neutralisiert und vorgeklärt
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Puffertanks für das vorgeklärte Industrieabwasser
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Biologische Reinigung: Mikroorganismen entfernen unerwünschte Stoffe aus dem Abwasser
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Entwässerung des Klärschlamms
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Verbrennung des Klärschlamms
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Verbrennung der geruchsbelasteten Abluft
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Biofilter reinigt die Abluft
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Biologische Reinigung: Mikroorganismen entfernen unerwünschte Stoffe aus dem Abwasser
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Mechanische Reinigung

Die kommunalen Abwässer durchfliessen

  • einen Grobrechen zur Abscheidung von sperrigem Gut (J)
  • einen Sandfang, in dem Steinchen zurückgehalten werden (L)
  • ein Vorklärbecken zur Entfernung von Schwebeteilchen (M)

Chemische Stufe

Die Industrieabwässer werden mit Kalkmilch neutralisiert und vorgeklärt (A), bevor sie in einen der drei Puffertanks (D) gefördert werden.

Biologische Reinigung

In der zweistufigen biologischen Reinigung (F/N) entfernen spezielle Mikroorganismen die im Abwasser enthaltenen Stoffe. In der ersten biologischen Stufe (F) werden industrielle Abwässer gereinigt. In der zweiten biologischen Stufe (N) werden kommunale Abwässer gereinigt.

Biologische Reinigung

Klärschlammbehandlung

Bei der biologischen Reinigung entsteht Klärschlamm. Dieser wird eingedickt und entwässert (S) und verbrannt (T). Die verbleibende Asche (U) wird in der kantonalen Deponie Elbisgraben zwischengelagert. 

Deponie Elbisgraben

Abluftreinigung

Die geruchsbelastete Abluft aus dem industriellen Teil wird gesammelt und teilweise im Ofen und hauptsächlich in der Abluftreinigungsanlage bei 800°C verbrannt (H). Die entstehende Wärme wird in der Anlage wiederverwertet.

Ein Biofilter (G) reinigt die Abluft der zweiten biologischen Stufe (N) sowie der Raumablüfte.

Rückgewinnung

Rückgewinnung

Abwärmenutzung

Die ARA Rhein gewinnt die bei der Klärschlammverbrennung entstehende Abwärme zurück und speist sie als Heizenergie in den Wärmeverbund Grüssen der Elektra Baselland Liestal ein. Damit lassen sich rund eine Million Liter Heizöl einsparen.

Phosphor-Recycling

Bei der Klärschlammverbrennung entstehen jährlich über 4’000 Tonnen Asche. Diese wird zur zukünftigen Rückgewinnung von wertvollen Phosphorsalzen gesondert in der Deponie Elbisgraben zwischengelagert.

Analytik

Analytik

Die ARA Rhein überwacht ihre gesamte Anlage, die zu- und abfliessenden Abwässer sowie die Abluft rund um die Uhr und misst die Wirksamkeit der technischen Einrichtungen.

Teilweise über fest installierte Sensoren, teilweise im betriebseigenen Labor werden kontinuierlich Qualitätsmerkmale der Wässer, des Klärschlamms und der Abluft gemessen.

Diese Messwerte macht die ARA Rhein im Jahresbericht der Öffentlichkeit zugänglich.

Abluftreinigung

Abluftreinigung

Die Reinigung von Abwässern verursacht unangenehme Gerüche. Zur Vermeidung von Geruchsbelästigungen sammelt die ARA Rhein die Abluft.

  • Stark belastete Abluft der biologischen Stufe 1 wird in der Abluftreinigungsanlage bei 800°C behandelt.
  • Ein Biofilter reinigt die Abluft der biologischen Stufe 2 sowie der Raumablüfte.
  • Weitere Abluftströme werden im Wirbelschicht-Ofen verbrannt.

Zukunftsprojekte

Zukunftsprojekte
Zukunftsprojekte

Die ARA Rhein wird auch in Zukunft für die Reinigung kommunaler Abwässer als auch für die regionale Industrie von grösster Bedeutung sein. Deshalb investieren die Industrie und der Kanton jährlich sechs bis zehn Millionen Franken, um die Anlagen der ARA Rhein stets auf dem Stand der Technik zu halten. Bis 2025 werden weitere Investitionen in mehrstelliger Millionenhöhe in die Modernisierung getätigt.

Flotationsanlage (Realisierung vorgesehen bis 2019)

In der geplanten Flotationsanlage befördern feine Luftbläschen Schwebeteilchen im Industrieabwasser an die Oberfläche, wo sie dann abgeschöpft werden.

Mechanische Reinigungsstufe kommunales Abwasser

Ersatz der bestehenden mechanischen Reinigungsstufe (Rechen, Sandfang und Vorklärung) ; Ergänzung mit einem Feinrechen und einem Fettfang.

Optimierung der Schlammbehandlung

Erneuerung der bestehenden Zentrifugen, dadurch höhere Entwässerungsleistung.

Optimierung der biologischen Reinigung

Bau eines Kombibeckens zur Optimierung der Anlagenauslastung. Dieses kann als zusätzliche Biologie 1 und als Biologie 2 betrieben werden. Ermöglicht die Modernisierung der Biologie 1 bei gleichbleibender Reinigungsleistung und anschliessend einen Betrieb der Anlage in Teillast.

Erweiterung der biologischen Stufe 2 zur Reduktion des Stickstoffgehalts

Ein Überschuss an Stickstoffverbindungen in den Gewässern führt zu unerwünschtem Algenwachstum. Die Ergänzung der biologischen Reinigungsstufe 2 mit einer Denitrifikationsanlage sorgt für den Abbau der Stickstoffverbindungen im Wasser.